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Geschichte

Die Geschichte der städtischen Kläranlage von Wiener Neustadt begann bereits mehr als zehn Jahre vor der Gründung des Abwasserverbandes Wiener Neustadt-Süd. 1962 entschlossen sich die Stadtväter unter Bürgermeister Rudolf Wehrl eine mechanische Abwasserreinigung mit Faulanlage für den Primärschlamm zu bauen – eine der österreichweit ersten Anlagen dieser Art. Geworden ist daraus in den letzten fünfzig Jahren eine hochmoderne energieautarke Kläranlage mit einer Ausbaugröße von 260.000 Einwohnerwerten, die nicht nur die Abwässer reinigt, sondern auch Ökostrom in das Netz der EVN einspeist.

 

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20132013: 28. Juni 2013: Festakt und Tag der Offenen Tür anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Abwasserverbandes WIENER NEUSTADT-SÜD. Obmann Bgm. Bernhard Müller, BA MPA begrüßt zahlreiche Ehrengäste aus der Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

2011: Inbetriebnahme der an den Stand der Technik mit Stickstoffentfernung und Erweiterung von 230.000 auf 260.000 Einwohnerwerte angepassten Kläranlage.

2009: Kooperation mit der EVN und Errichtung einer Aufbereitung von Biogas zu Biomethan (Erdgasqualität) und Einspeisung in das Erdgasnetz der Statutarstadt Wiener Neustadt.

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2008: Auf Grund von strengeren Vorschriften im Wasserrecht wird die Kläranlage an den Stand der Technik herangeführt. Insbesondere die gezielte und gesicherte Stickstoff-Entfernung steht dabei im Vordergrund. Nach einer Planungsphase im Jahr 2008 werden die funktional erforderlichen Becken mit der Maschinentechnik und E-Technik von 2009 bis 2012 errichtet.

2007: Errichtung des zweiten Blockheizkraftwerks für den Netzparallelbetrieb (Eigenverbrauch) – damit wird mehr Strom produziert als verbraucht. Es wird mit der Übernahme von Cofermenten begonnen. Damit beginnen auch die Anpassungsmaßnahmen der Schlammlinie der Kläranlage nach den Vorgaben des Abfallwirtschaftsgesetzes.


2002: Errichtung eines ersten Blockheizkraftwerks zur Erzeugung von Strom (Ökostrom) und Wärme. Des Weiteren wird das Rechenhaus mit neuen Rechen ausgestattet und begonnen das Prozessleitsystem zu erneuern.

Abwasserverband 20 Jahre 02

6. Nov. 1993: Der Abwasserverband Wiener Neustadt-Süd feiert 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt. Bürgermeister KR Franz Hubinger konnte hochrangige Vertreter des Landes NÖ mit Landeshauptmann-Stv. Ernst Höger und Landtagspräsident Mag. Franz Romeder an der Spitze begrüßen.

1994-1997: Mitte der 1990er Jahre wurden Anpassungen mit einer feinblasigen Belüftung und im Bereich der maschinellen Überschuss-Schlammentwässerung und der Schlamm-Entwässerung umgesetzt.

21. Mai 1982: Inbetriebnahme der 1. Biologischen Ausbaustufe mit Faulturm in der Verbandskläranlage Wiener Neustadt.

Abwasserverband 10 Jahre 02

24. Nov. 1983: Findet eine Festveranstaltung zum 10-jährigen Bestehen des Verbandes in der Waldvilla der Papierfabrik Hamburger und Inbetriebnahme des Anschlusses der W. Hamburger AG an den Hauptsammler-Ost des Abwasserverbandes statt.

Klaeranlage 1970

1977: Neubau der Verbandssammler und Ausbau der Verbandskläranlage. Die Arbeiten für die Kanalisation dauerten bis 1996 an. Der Bau der Kläranlage wurde im ersten Ausbau (Stickstoffentfernung) 1988 abgeschlossen.

20. Nov 1973: Gründungssitzung des Abwasserverbandes Wiener Neustadt-Süd unter der Leitung des ersten Obmannes, Bürgermeister Hans Barwitzius, im Rathaus von Wiener Neustadt. Der Verband zählte 11 Kommunen als Mitglieder.

1972: Studie über die Abwasserbeseitigung im Raum Wiener Neustadt als Anstoß für die Gründung des Abwasserverbandes Wiener Neustadt-Süd (Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Siedlungswasserwirtschaft).

Klaeranlage Neubau 1961

1962: Bau der städtischen Kläranlage Wiener Neustadt als mechanische Abwasserreini- gungsanlage mit einem Faulturm für den Primärschlamm. Das Biogas (Methan) wurde abgefackelt. Die Eröffnung erfolgte 1963.

 

„Es ist unsere Überzeugung, dass wir durch die Verbandsgründung und die bisherigen sowie zukünftigen Tätigkeiten den größten Beitrag zur Abwasserentsorgung und Gewässerreinhaltung in der Region Wiener Neustadt-Neunkirchen leisten. Wir werden pflichtgemäß den eingeschlagenen Weg im Interesse unserer Bevölkerung und des Umweltschutzes weitergehen.“ 

Bürgermeister Hans Barwitzius
anlässlich des Festaktes  zum 10-jährigen Bestehen des Abwasserverbandes (24. November 1983)

 

Im Dienste des Gewässerschutzes 

Abwasserentsorgung und damit der Gewässerschutz haben im Raum Wiener Neustadt eine lange Tradition. Zu Beginn stand die gefahr- und schadlose Ableitung und Reinigung der Abwässer von der Stadt Wiener Neustadt zum Schutz der Bevölkerung im Vordergrund. Doch schon bald wurde erkannt, dass der Schutz des Grundwassers der Mitterndorfer Senke, dem größten zusammenhängenden Grundwasservorkommen in Europa, nur durch eine biologische Reinigung der Abwässer erreicht werden kann. Bereits damals waren sich die Fachleute und die Verantwortlichen bewusst, dass für derartige Umweltschutzprojekte die Betrachtung von Einzugsgebieten notwendig ist. In einer Studie wurden technische, ökologische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen untersucht. Der Zusammenschluss von mehreren Gemeinden zu einem Verband im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit stellte sich als beste Lösung heraus. Seit 1973 wird der Abwasserverband Wiener Neustadt-Süd durch den Bau und den Betrieb von Abwasseranlagen dem Gewässerschutz gerecht. Leitmotiv für das Handeln ist die Einhaltung umweltrelevanter Gesetze und Vorschriften als Mindeststandard. Darüber hinaus strebt der Verband im Rahmen seiner Möglichkeiten auch Verbesserungen an. Die Reinigung der Abwässer aus den Mitgliedsgemeinden erfolgt in der Verbandskläranlage Wiener Neustadt. Sie wurde 1962 als mechanische Anlage mit Faulanlage für den Primärschlamm errichtet. Mit der Gründung des Abwasserverbandes wurde die Kläranlage unter anderem um eine biologische Reinigungsstufe mit Belebungsbecken sowie einer Gebläsestation und einer Nachklärung erweitert. Auch eine neue Schlammfaulung, eine Entwässerung und ein Trockengas-Behälter wurden errichtet. Durch den Einbau von zwei Gasmotoren und zwei Heizkessel konnte das Klärgas energetisch verwertet werden. In den 1990er Jahren wurde die Anlage durch eine feinblasige Belüftung für die Biologie sowie eine maschinelle Überschuss-Schlamm-Entwässerung ergänzt. Schließlich wurde ab 2008 damit begonnen die Anlage an den letzten Stand der Technik zu bringen. Im Zuge dessen wurden die elektrotechnischen Anlagen erneuert. Es wurden mehrere, funktionell unterschiedliche Becken für die zusätzliche biologische Reinigung gebaut. Elektrotechnische Anlagen der bestehenden biologischen Stufe wurden ebenfalls erneuert.